Sonntags bei Anton am 01. November | Aktuelle Nachrichten und Informationen

Philosophisches Gesprächsforum

Sonntags bei Anton am 01. November

Das philosophische Gesprächsforum „Sonntags bei Anton“ lädt am Sonntag, 1. November 2026 wieder zum gemeinsamen Nachdenken und Diskutieren ein. Die Veranstaltung findet um 11:00 Uhr in der Seniorenbegegnungsstätte (1. Obergeschoss, Römerstraße 39) statt.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Kaffee und Kuchen werden kostenlos angeboten.

Thema:

Lebt die Katze, wenn niemand hinsieht („Schrödingers Katze“)

Quantenphysik, Philosophie und die Frage, was Natur ist – auch ohne uns Menschen

Ein Baum fällt im Wald – und niemand ist da, der ihn hört. Macht er dann ein Geräusch? Diese Frage haben viele Menschen schon einmal gehört: vielleicht in der Schule, vielleicht beim Wandern oder nachts, wenn der Schlaf auf sich warten lässt. Sie klingt wie ein Scherz, doch hinter ihr verbirgt sich eine der großen Fragen der Menschheit: Wie sieht die Welt aus, wenn niemand hinsieht? Gäbe es Sterne, Berge, Wälder und Meere so, wie sie bekannt sind, wenn es den Menschen nie gegeben hätte? Und was ist eigentlich gemeint, wenn von „Natur“ die Rede ist?

Diesen faszinierenden Fragen widmet sich das Gesprächsforum, das Erkenntnisse aus Quantenphysik und Philosophie miteinander verbindet. Ausgangspunkt ist eines der berühmtesten Gedankenexperimente der Wissenschaftsgeschichte: Schrödingers Katze. Der Physiker Erwin Schrödinger entwickelte das Experiment im Jahr 1935, um auf ein grundlegendes Problem der Quantenphysik aufmerksam zu machen. In seinem Szenario befindet sich eine Katze in einer verschlossenen Kiste zusammen mit einem radioaktiven Atom und einem Mechanismus, der beim Zerfall des Atoms ein Gift freisetzt. Nach den Regeln der Quantenphysik müsste die Katze, solange niemand in die Kiste blickt, gleichzeitig lebendig und tot sein. Diese Vorstellung widerspricht dem Alltagsverständnis von Wirklichkeit und beschäftigt Wissenschaft und Philosophie bis heute.

Schrödinger wollte damit zeigen, dass mit dem Verständnis der Physik etwas nicht stimmen kann. Bis heute streiten Physiker und Philosophen darüber, wie dieses Rätsel zu lösen ist. Gibt es unzählige parallele Welten, in denen die Katze jeweils ein anderes Schicksal erleidet? Entscheidet erst die Beobachtung über die Wirklichkeit? Oder ist die Natur selbst ganz anders beschaffen, als der Alltagsverstand vermuten lässt?

Von hier aus führt der Weg zu einer noch grundsätzlicheren Frage: Was ist Natur? Eine naheliegende Antwort lautet: Natur ist alles, was auch ohne den Menschen existieren würde. Doch bei näherem Hinsehen wird es spannend: Gab es vor der Menschheit Farben oder nur Lichtwellen, die erst in einem Auge zu „Rot“ und „Blau“ werden? Gehören Menschen selbst vollständig zur Natur oder stehen sie ihr zumindest teilweise gegenüber?

Das Forum wird von dem Philosophen Anton Schmitt moderiert, der regelmäßig Philosophie-Seminare an der Volkshochschule Lampertheim anbietet. Ziel der Veranstaltung ist ein offener Austausch über philosophische Fragen in einer respektvollen und ungezwungenen Atmosphäre. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; auch Zuhörer sind willkommen. Ausgangspunkt jeder Diskussion ist ein kurzes Thesenpapier, ein ausführliches Skript wird anschließend per E-Mail zur Verfügung gestellt. Die Themen werden von den Teilnehmenden gemeinsam festgelegt.

Anton Schmitt studierte Philosophie in München und Bonn. Er war über 30 Jahre als wissenschaftlicher Mentor für die FernUniversität Hagen tätig sowie Lehrbeauftragter und Dozent an verschiedenen Hochschulen und Volkshochschulen.

Nähere Auskünfte sind in der Geschäftsstelle der vhs (06206/935-207/-364/-469) im Haus am Römer, Domgasse 2, 68623 Lampertheim, erhältlich.

per Internet: https://www.vhs-lampertheim.de oder www.collegium-philosophicum.de sowie per E-Mail: vhs@lampertheim.de.