Wenn morgens um kurz vor acht Uhr die Schultaschen gepackt sind und hunderte Kinder fröhlich, aber oft auch ein wenig unkonzentriert den Weg zur Schule antreten, beginnt für die Mitarbeitenden der Ordnungsbehörde ein besonders wichtiger Einsatz. Es ist die Zeit der Schulwegkontrollen – eine Aufgabe, die weit über das bloße Ausstellen von Verwarnungen hinausgeht. Sie ist gelebter Schutz der schwächsten Verkehrsteilnehmer.
Häufig wird die Arbeit der Ordnungsbehörde in der Öffentlichkeit vor allem mit Regeln und Kontrollen verbunden. Doch wer einmal hautnah miterlebt, wie die Einsatzkräfte an den Schulen positioniert sind, merkt schnell: Im Mittelpunkt steht hier der präventive Dialog.
Bilanz der jüngsten Schwerpunktkontrolle
Dass solche Kontrollen trotz aller Aufklärungsarbeit leider immer noch notwendig sind, zeigte die jüngste Schwerpunktaktion an der Alfred-Delp-Schule. Ziel war es, Gefahrenschwerpunkte im direkten Schulumfeld zu entschärfen. Während die allermeisten Verkehrsteilnehmer vorbildlich reagierten und Verständnis zeigten, musste die Stadtpolizei in einigen Fällen einschreiten, um Gefahrensituationen konsequent zu unterbinden.
Statistik der durchgeführten Kontrolle
1x Missachtung des Schutzweges (Zebrastreifen überfahren trotz wartender Kinder)
3x Unberechtigtes Durchfahren und Halten in der ausgeschilderten Bushaltestelle
2x Gemeinsame Nutzung eines E-Scooters zu zweit (erhöhtes Sturz- und Verletzungsrisiko)
1x Inbetriebnahme eines E-Scooters ohne gültigen Versicherungsschutz
Besonders die Situationen an den Bushaltestellen und rund um die E-Scooter bereiten den Kontrollkräften Sorge. „Wenn E-Scooter zu zweit genutzt werden oder der Versicherungsschutz fehlt, ist das nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern im Falle eines Unfalls auch ein massives Risiko für die jungen Fahrer und unbeteiligte Kinder“. Dennoch verliefen die Gespräche mit den betroffenen Jugendlichen und Erwachsenen überwiegend einsichtig. In vielen Fällen genügte ein klärendes und lehrreiches Gespräch, um die Verkehrssicherheit ins Bewusstsein zurückzurufen. In anderen Fällen wird das eingeforderte Bußgeld hoffentlich zur Einsicht und mehr Umsichtigkeit führen.
Auch aus dem Stadtteil Hofheim meldeten besorgte Eltern kürzlich großes Chaos direkt am Haupteingang der Nibelungenschule. Durch unachtsames Halten wurde den zu Fuß kommenden Schülern das sichere Ankommen erschwert. Es fehlte an Übersichtlichkeit der Verkehrssituation in den Augen der jüngsten Schüler. Während der Stoßzeiten kam zudem zu langen Wartezeiten für die Kinder beim Überqueren in einer Seitenstraße. Besonders besorgniserregend: Bei den Kontrollen vor Ort musste leider wiederholt festgestellt werden, dass Kinder nicht auf den vorgeschriebenen Kindersitzen saßen oder ungesichert im Fahrzeug befördert wurden.
Eine weitere Meldung ging aus dem Bereich einer Schulunterführung ein: Eltern hatten gemeldet, dass sowohl Radfahrende als auch E-Scooter-Nutzer mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit durch die Unterführung rasen und dort zu Fuß gehende Schulkinder massiv gefährden. Bei gezielten Kontrolltagen an diesem Gefahrenschwerpunkt zog die Ordnungsbehörde eine deutliche Bilanz: Innerhalb von nur zwei Kontrolltagen wurden insgesamt 26 Radfahrer sowie 9 E-Scooter-Fahrer angehalten und auf ihr Fehlverhalten hingewiesen. Die Einsatzkräfte betonen, dass solche rücksichtslosen Fahrten im sensiblen Schulumfeld keineswegs toleriert werden.
Die Ordnungsbehörde hat die Hinweise dankbar aufgenommen und wird an allen Schulen in den kommenden Tagen verstärkt Präsenz zeigen, um für mehr Sicherheit und Verkehrsbewusstsein zu sorgen. Die Arbeit der Ordnungsbehörde versteht sich als partnerschaftlicher Beitrag für ein lebenswertes Miteinander in unserer Stadt. Regelmäßige Schulwegkontrollen bleiben daher ein fester Bestandteil des Kalenders – sowohl durch präsenzstarke Kontrollen als auch durch Verkehrserziehung in Zusammenarbeit mit den Schulen.
Die Ordnungsbehörde appelliert daher an alle Autofahrer, Radfahrer und E-Scooter-Nutzer: Nehmen Sie gerade jetzt im morgendlichen Berufsverkehr Rücksicht auf die Kleinsten. Denn ein sicherer Schulweg ist aller Mühe wert.